04 October 2017

Pleiten, Pech und Schlamm: Highfield 2017

Pleiten, Pech und Schlamm: Highfield 2017

20 Jahre Highfield und wir waren dabei! „Im Bermudadreieck zwischen Leipzig, Strand und Riesenrad findet ihr das Highviech“, heißt es auf der Seite des Veranstalters. Mit dem Shuttlebus ging es für uns am Freitag, dem ersten Festivaltag, nach Großpösna und eben auf die Suche nach diesem Ungetier mit Hörnern. Nach einer Dreiviertelstunde Fußmarsch über den Zeltplatz erreichten wir endlich den Bühnenbereich samt Highviech. Doch die Freude währte nicht lange: Nur zehn Minuten später dröhnte es aus den Lautsprechern „Aufgrund eines Unwetters räumen wir das Gelände für eine Stunde. Alle Besucher werden gebeten sich zu den Parkplätzen zu begeben.“ Nach diesen Worten begann sich der Himmel bereits über uns zusammenzuziehen. Was nun? Zum Parkplatz würden wir es nicht mehr schaffen. Wir entschieden uns für einen Bierstand in der Nähe, um uns unterzustellen. Keine gute Idee! Wie die Pinguine standen wir nun gedrängt mit circa 30 anderen Leuten unter dem Dach. Nach einer halben Stunde Dauerregen und jeder Menge Wind waren wir schließlich klitschnass. Vollkommen durchgeweicht irrten wir über das matschige Gelände. 

Was uns neben unseren kalten Füßen und durchnässten Schuhen besonders interessierte, war die Frage, ob die Konzerte trotz des Unwetters noch stattfinden würden. Nachdem Sanitäter und Securities wahlweise mit Schulterzucken oder Kopfschütteln reagierten, traten wir etwas resigniert den Rückweg an. Den Abend verbrachten wir, statt mit Longdrinks und lauter Musik mit warmen Socken und Tee in unseren eigenen Betten. Toller erster Festivaltag ...

 Noch enttäuschter waren wir, als wir in der Nacht erfuhren, dass unter anderem Clueso noch für ein Spontankonzert auf der Bühne stand.

 

Eingedeckt mit Hugo2go und Billigwein aus dem Tetra Pak starteten wir trotz allem motviert in den zweiten Highfield-Tag. Der Weg über den Zeltplatz kam uns durch die Schlammmassen noch länger und beschwerlicher vor als den Tag zuvor. Die Festival-Crowd nahm es mit Humor, nutze den Schlamm für Peelings oder legte vor ihrem Zelt „Gartenteiche“ an. In Sachen Verkleidung und Benehmen erinnerte das Highfield eher an eine Bad Taste Party als an Coachella. 

 

Das Konzert von Rapperin Sookee entschädigte für die "Strapazen" des schlammigen Gefildes ungemein. Weiter ging es für uns mit den Jungs von Milky Chance, SDP, Frittenbude und Kraftklub. Highlight des Abends: Casper, der uns mit seiner krassen Bühnenpräsenz ordentlich einheizte.

 

Noch voller Energie, allerdings mit weniger Euphorie als zum Festivalbeginn, kamen wir erst am frühen Abend am Sonntag auf das Gelände am Störmthaler See, um zunächst The Offspring live zu erleben. Doch auch dieser Tag war überschattet vom Pech der Veranstalter. Nicht aufgrund eines Unwetters, sondern wegen Krankheit, musste der Auftritt von Headliner Placebo kurzfristig ausfallen.  Dafür spielten allerdings die Toten Hosen spielten früher und vor allem länger.  Aber, ob man das braucht …

Unser Fazit: Zum 20-jährigen Jubiläum hätten wir spannendere Bands erwartet – und die krankheits- und unwetterbedingten Ausfälle haben das Line-up nicht gerade verbessert. Auch die Bodenkonsistenz war gewöhnungsbedürftig, aber ihr wisst ja, wie es heißt: Es ist kein richtiges Festival, wenn du nicht mindestens einen Schuh oder eine Freund*in im Schlamm verlierst.

 

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