26 April 2017

Leipziger Journalistik-Studiengang soll reformiert werden

Leipziger Journalistik-Studiengang soll reformiert werden

Die Universität Leipzig wird im Wintersemester 2017/18 keine Studierenden in den Master-Studiengang Journalistik aufnehmen. Die Immatrikulation wird einmalig ausgesetzt. Einen entsprechenden Beschluss hat heute der Fakultätsrat der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie gefasst. Die Fakultät beabsichtigt, den Studiengang Journalistik zu reformieren und ab 2018 in neuer Form anzubieten. Das Rektorat der Universität trägt die Entscheidung mit.

 

"Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, aber wir brauchen Zeit für einen Neubeginn und stehen zudem in der Verantwortung den Studierenden und Lehrenden gegenüber", sagt Prof. Dr. Roger Berger, Dekan der Fakultät. "Der Master Journalistik muss reformiert werden, vor allem um der seit geraumer Zeit zu beobachtenden gravierenden Abnahme der Bewerberzahlen entgegenzuwirken. Sie sind ein Indikator für eine gesunkene Attraktivität des Studiengangs."

Gelöst werden müssten dabei auch die kapazitären Defizite. "Was die Kapazität angeht, ist der Studiengang schon jetzt nicht optimal abgesichert, diese Situation hätte sich im kommenden Wintersemester durch den Wegfall einer Stelle noch verschärft", sagt der Studiendekan der Fakultät, Prof. Dr. Thomas Kater. "Mehr Stellen werden es nicht werden. Es muss daher ein Curriculum entwickelt werden, das mit den vorhandenen Kapazitäten in der Journalistik in Verbindung mit Angeboten aus anderen Abteilungen des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft sowie von weiteren Kooperationspartnern seriös abgesichert werden kann."

Darüber hinaus gelte es, den Studiengang organisatorisch und strukturell so aufzustellen, dass der aktuell vorhandenen und auch im Lehrbericht der Fakultät dokumentierten Unzufriedenheit in Lehre und Studium entgegengewirkt werden könne. "Wir können aber den aktuellen Studiengang nicht guten Gewissens einfach weiterlaufen lassen - das würde die traditionsreiche Journalistik-Ausbildung in Leipzig wirklich gefährden. Leider ist es bisher nicht gelungen, eine Reform in die Wege zu leiten, trotz erster Gespräche schon vor rund zwei Jahren. Das hätte von allen Beteiligten stärker forciert werden müssen", erklärt Dekan Berger.

Nun hat sich der Fakultätsrat dafür entschieden, eine Studienreformkommission unter dem Vorsitz des Studiendekans einzurichten. Der Kommission sollen neben mehreren Vertretern des Studiengangs, darunter Journalistik-Abteilungsleiter Prof. Dr. Marcel Machill, und des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaften auch je zwei Studierende und Journalisten angehören. Im Wintersemester 2018/19 sollen wieder Studierende in der Journalistik immatrikuliert werden.

Studiendekan Thomas Kater versichert, dass alle aktuellen Studierenden ihr Studium ordnungsgemäß absolvieren können. Auch die ins Studium integrierten Volontariate und die Lehrredaktionen seien abgesichert.

Momentan sind 113 Studierende im Master-Studiengang Journalistik eingeschrieben. Regulär immatrikuliert die Universität Leipzig jedes Jahr 30 neue Studierende. Die Bewerberzahlen sind zuletzt deutlich gesunken, von 251 Bewerbungen im Jahr 2014 auf 127 im vergangenen Jahr.

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