Martin Luther macht Druck:

Martin Luther - Ehemann, Theologieprofessor der Augustiner-Eremiten und Urheber der Reformation. Bis heute prägen Luthers Wortschöpfungen die deutsche Sprache. Im Museum für Druckkunst Leipzig (Nonnenstraße 38) kann vom 4. Mai bis 24. September 2017 anlässlich des 500. Reformationsjubiläums unter dem Motto "Luther - Leipzig - Letterpress" ein Stück Wirkungsgeschichte der Reformation erlebt werden. Durch Interventionen der Dauerausstellung und Mitmach-Stationen sind Luthers Werke und deren Wirkung, wie zum Beispiel die Lutherrose als frühes Markenzeichen und Begründung des Copyright oder die freie Meinungsäußerung in und durch Medien, zum greifen nah.

Bei der Reformation handelt es sich um eine kirchliche Erneuerungsbewegung, welche sich mit einer derartig noch nie erfahrenen Dynamik durchsetzte. Ohne den Buchdruck wäre das kaum möglich gewesen. Leipzig war im 16. Jahrhundert bereits ein bedeutender Druckort und spielte während der Reformation eine signifikante Rolle. Schon Melchior Lotter, damals einer der bekanntesten Buchdrucker und Verleger, druckte hier 1518 frühe Schriften des Reformators.

Zum diesjährigen Reformationsjubiläum können Besucher im Museum für Druckkunst Leipzig in authentischen Werkstätten die Entstehung von Druckmedien um 1500 erleben. So wie Luther schon die 95 Thesen an die Schlosstür in Wittenberg nagelte, können Gäste ganz unter dem Motto „Setze und drucke deine eigene These“ eigene Texte aus Bleilettern herstellen. Auch die traditionelle Vervielfältigung der damaligen Printmedien werden anhand einer historischen Druckpresse vorgeführt. Dabei soll ebenfalls der enorme Arbeitsaufwand für Druckschriften verdeutlicht werden, die in der Lutherzeit bereits hohe Auflagen erreichten und die Welt nachhaltig veränderten.

Hintergrund: Leipzig ist eine der traditionsreichsten Buch- und Verlagsstädte. Hier begründete Eckehart SchumacherGebler im Stadtteil Plagwitz 1994 das Museum für Druckkunst. Einzigartig ist an diesem die Art der Sammlungspräsentation. Maschinen und Pressen - stumme Zeugen ihrer Zeit - wurden wieder zum Leben erweckt und führen unter fachkundiger Bedienung die Arbeitsmethoden in lebendiger Form praktisch vor. Insofern ist das Museum wie eine Druckwerkstatt aufgebaut und lädt die Besucher zum Anfassen und Mitmachen ein.

 

Autor

Laura Sewing